Aufgeblättert

Kultur | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Wer reisen will, der schweig' fein still, geh' steten Schritt, nehm' nicht viel mit, tret' an am Morgen, laß' heim die Sorgen." Das Motto der alten Baedeker-Reiseführer hat am Ende des 20. Jahrhunderts ebenso ausgedient, wie sich die Art des Reisens radikal gewandelt hat. Das vermitteln zumindest Melanie McGraths hellsichtige Reiseberichte aus einer neuen Welt: Anstatt zu schweigen wird ständig getratscht, es wird geflogen oder gesurft, und los geht es frühestens nach Mittag. Die 1964 geborene Engländerin hat vor einigen Jahren beschlossen, sich auf die Suche nach der digitalen Zukunft zu begeben, und forschte in Nordkalifornien, Island, Prag, Moskau, Berlin, aber auch vor ihrer Londoner Haustüre und im Internet nach, wer die (zum Teil noch pubertierenden) Protagonisten des virtuellen Grenzlands sind, was sie tun und wie sie leben. Herausgekommen ist "Hard, soft & wet", ein Reisebuch der etwas anderen Art: eine flott erzählte Ethnografie der digitalen Kultur, zugleich aber auch der


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