In Kürze

Kultur | aus FALTER 34/98 vom 19.08.1998

Braune Gestalten Wer dieser Tage das Naturhistorische Museum Wien besucht, trifft gleich nach dem Eingang auf vier unübersehbare Gestalten: einen Melanesier, einen Chinesen, einen Buschmann und eine Schwarzafrikanerin. Unter den lebensgroßen, auffällig braunen Menschenplastiken, die einen Verband mit einem Blutstropfen um den Arm gewickelt haben, steht unter anderem folgender "aufklärerischer" Text zu lesen: "Jeder dieser Fremden kann Dein Leben retten - er kann Dir Blut spenden. Alle Völker haben dieselben Blutgruppen (wenn auch manchmal in unterschiedlicher Häufigkeit). (...) Es gibt kein Negerblut, ebensowenig wie es Indianerblut, Melanesier- oder Chinesenblut gibt." Was verschwiegen wird, ist die Herkunft dieser Plastiken: Sie wurden für die sogenannte "Kolonialschau" des Naturhistorischen Museums im Jahr 1939 angefertigt; der damalige Begleittext wies z.B. die Pygmäin als "Vertreterin der primitiven und stetig herumschweifenden Horden der Urschicht Afrikas" aus. Das Grundkonzept


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