Laßt uns arbeiten!

Arisierungen: Alle Fakten müssen auf den Tisch, und zwar jetzt, fordert eine Zeitgeschichtlerin stellvertretend für ihre ganze Zunft.

Vorwort | Brigitte Bailer | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Nur selten traf der Titel eines Buches die Behandlung der Thematik so exakt wie jenes Zitat, das der britische Historiker Robert Knight wählte: "Ich bin dafür, die Sache in die Länge zu ziehen" (Innenminister Oskar Helmer im Jahr 1948). Dieses Prinzip prägt die Geschichte der sogenannten "Wiedergutmachung" ebenso wie die nur zögerliche Auseinandersetzung der Republik Österreich mit dem Nationalsozialismus. Mehr als fünfzig Jahre nach der Niederringung des NS-Regimes sollte aber doch der Länge endlich genug sein. Noch 1986 waren Historiker und Historikerinnen, die auf die Mitverantwortung von Österreichern und Österreicherinnen an den NS-Verbrechen aufmerksam machten, als "Nestbeschmutzer" diffamiert worden. Dann dauerte es nochmals fünf Jahre, bis erstmals ein österreichischer Regierungschef in sehr allgemeiner Form dieselbe Mitverantwortung öffentlich eingestand. Als ich selbst in den achtziger Jahren versuchte, Einsicht in die die Rückstellungen betreffenden Bestände des


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