Mediensplitter

Kultur | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Kugerlscheiben, die zweite.

In Falter 33/98 berichteten wir über das Roulette-Hoppala, das dem News-Verlag glühende Telefonleitungen durch vermeintliche Gewinner bescherte. Laut Helmuth Fellner hätte die Druckerei Lose von Heft 31 in Teile von News 32 geklebt. Doch obwohl Fellner noch vor zwei Wochen die Devise "Bezahlt wird nicht" ausgegeben hatte, mehren sich Gerüchte, wonach besonders Hartnäckige sehr wohl ihre Gewinne bekämen, wenn sie nur ausreichend darauf beharrten. Fellner meint dazu lediglich: "Es hat sich nichts verändert."

Konzentration Es geht weiter! Laut deutscher Wochenzeitschrift Die Woche kann sich Bertelsmann-Chef Wössner gut vorstellen, mit dem Medienzar Murdoch zu kooperieren. Wössner will auch die Zusammenarbeit mit der WAZ-Gruppe intensivieren, vorerst zumindest beim Pay-TV-Sender premiere (bei der TV-Tochter UFA ist die WAZ schon mit 20 Prozent dabei). In Österreich kann das heiter werden. Murdoch haben wir noch nicht, Bertelsmann und die WAZ schon. Mediaprint und Fellner-Media, so ein kleines "Fellnerprint"-Kartell, das wäre doch was!

TV-ZEITSCHRIFTEN, wie wir Sie uns wünschen. Unsereiner stöhnt unter TV-Movie, leidet unter TV-Spielfilm oder duckt sich unter "tv-media", sofern er sich nicht dem Diktat der Freizeitwoche unterstellt. Frankreich, du hast es besser! Der Soziologe Pierre Bourdieu, mittlerweile als erster Intellektueller seines Landes geschätzt und zuletzt durch fernsehkritische Arbeiten und vor allem durch seine Arbeitslosen-Initiative "Raison d'agir" (Grund zu handeln) hervorgetreten, hat der linkskatholischen Programmzeitschrift (so was gibt's!) télérama ein fünfteiliges Interview gewährt. Thema: Feminismus. Die Süddeutsche Zeitung kommentiert: "Man stelle sich vor: ein fünfteiliges Habermas-Interview in Hör Zu! Wo wird das enden? Rudolf Burger in "tv-media"? Und was wird dann der Falter schreiben?


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige