Kommentar: Im Sommer ins Theater - muß das sein?

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Brauchen die Salzburger Festspiele ein starkes Schauspielprogramm? Wenn es nach mir geht: nein. Ich lehne Sommertheater aus prinzipiellen Gründen ab. Erstens ist es für Kryptofinnen wie mich im Sommer entschieden zu heiß für Theater, und zweitens muß irgendwann Pause sein. Als Peter Stein in der Felsenreitschule die Römerheere aufmarschieren ließ, konnte ich es mit meinem Gewissen noch vereinbaren, nicht nach Salzburg zu fahren. Ivan Nagel hat mir mit seinem Jelinek-Wilson-Bachmann-Lepage-Programm das Schwänzen der Festspiele heuer unmöglich gemacht.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich dem Professor dafür dankbar sein soll (Festspielsalzburg, vor allem das Festspielsalzburgpublikum ist mir immer noch nicht ganz geheuer). Aber ich bin mir ziemlich sicher, daß es ein Fehler war, ihn gehen zu lassen. Allein der Umstand, daß Weihbischof Laun am Festspielhaus nicht mehr vorbeigehen mag, weil er das dort affichierte Porträt von Elfriede Jelinek nicht ertragen kann, macht offensichtlich,


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