"Ich war nie Feuerwerk"

Musik: Der 82jährige Yehudi Menuhin, einer der bedeutendsten Geiger dieses Jahrhunderts, ist heute vor allem als Dirigent und Pazifist tätig. Der "Falter" sprach mit ihm über damals und heute, über verkürzte Quinten in der Politik und die Zukunft von Johann Sebastian Bach.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Als ich jung war, war alles viel einfacher." Jung war der Geiger und Dirigent Yehudi Menuhin in den zwanziger Jahren, als seine Karriere begann. 1922, mit sechs Jahren, gab der in New York geborene Sohn jüdisch-russischer Einwanderer in San Francisco sein erstes Konzert und galt sehr bald als Wunderkind. Während seines Europa-Debüts in Paris 1926 ertrotzte er sich ein Vorspiel bei dem Komponisten Georges Enesco (während dieser seine Koffer packte), der ihn prompt als Schüler akzeptierte. Ein Jahr später nahm Menuhin seine erste Schallplatte (Spieldauer: vier Minuten) auf und schaffte durch einen legendären Auftritt unter Fritz Busch in New York mit dem Beethoven-Violinkonzert den internationalen Durchbruch. Es folgten jahrelange Tourneen - berühmt etwa Menuhins Deutschland-Debüt mit Violinkonzerten von Bach, Brahms und Beethoven unter Bruno Walter an der Berliner Philharmonie 1929 -, die in einem Zusammenbruch endeten: Nachdem er 1935 in 36 Städten insgesamt 110mal aufgetreten


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