Auf Nummer Sicher

Musik: Der Komponist Manfred Trojahn widersetzt sich den avantgardistischen Reinheitsgeboten. Der Falter sprach mit ihm über freie Gruppen, etablierte Bühnen, Experimente und Sicherheit.

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Die Welt der neuen Musik kann hart sein. Wer sich etwa, wie der deutsche Komponist Manfred Trojahn (geboren 1949 bei Braunschweig), der Tonalität nicht gänzlich verschließt, handelt sich oft den Vorwurf der Rückständigkeit oder der Anbiederung an den Massengeschmack ein. Schon 1978 zog sich der ehemalige Schüler von Diether de la Motte den Unmut der Avantgarde-Puristen zu - mit der Uraufführung seiner offen an Gustav Mahler angelehnten 2. Sinfonie, ausgerechnet bei den Donaueschinger Musiktagen, dem Mekka der experimentellen Musik. Dafür sind Trojahns Werke beim Publikum und damit auch bei den Veranstaltern erfolgreich. 1991 erzielte die Bayerische Staatsoper München mit der Uraufführung seiner ersten Oper "Enrico" Besucherzahlen, wie sie für zeitgenössische Musik selten sind; im Juni dieses Jahres wurde - am gleichen Haus und wieder sehr erfolgreich - seine zweite Oper, "Was ihr wollt", erstaufgeführt. Letzte Woche hatte "Enrico" in einer Produktion der Neuen Oper Wien im


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