Liebe ohne Limits

Film: Mit "Clubbed to Death" liefert die französische Regisseurin Yolande Zauberman eine zeitgenössische Bestandsaufnahme universeller Emotionen.

Kultur | Yasmin Kiss | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Im Schlaf widerfahren einem Dinge, die im Wachzustand undenkbar wären, und eine Endstation kann sich als eigentlicher Ausgangspunkt erweisen. Bei Lola (Elodie Bouchez), die spätabends im Bus einnickt, ist es der Übergang von einer Welt zur anderen, von der gerade erahnbaren Großstadt Paris zu einer steinigen, mit wenigen verkommenen Bauten durchsetzten Zone, einer namenlosen Banlieue am Ende der Buslinie, in der sich nur aufhält, wer muß. An der Endstation wird Lola vom Fahrer grob nach außen befördert. Auf der panikartigen Suche nach einem Telefon wird sie von einem Burschen aufgelesen, der sie zum Tanzen in einen weitläufigen, verfallenen Techno-Club mitnimmt.

Dort lebt Emir (Roschdy Zem) mit der Clubtänzerin Saida (Béatrice Dalle) und seinem Bruder Ismael in einer mürbe gewordenen Symbiose. Alle drei nehmen maßlos Drogen, die sie sich gegenseitig beschaffen. Das Aufeinandertreffen des erloschen agierenden Emir mit Lola, die voller Erwartung ist, wird für beide existentiell.


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