Stadtrand: Gratis- Geschenke

Stadtleben | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Nicht immer, wenn auf Shoppingmeilen jemand auf einen zukommt, möchte er ein neues Mitglied für Tierschutz-, Autofahrer-, Umwelt- oder Antidrogenorganisationen keilen. Es gibt auch Wegelagerer mit erfreulicherem Werbeauftrag. Promotion heißt das Zauberwort, das einem Proben diverser Markenartikel beschert. "Ein Gratis-Geschenk?" fragen nette Promotionhostessen beiderlei Geschlechts und drücken einem kleine Aufmerksamkeiten in die Hand. Wer kann dazu schon nein sagen? In den vergangenen Wochen gab es: pinkes Fanta (eisgekühlt), Dosenkaffee (kalt), den "Wiener" (vom Vormonat) und Damenbinden (nur für Passantinnen).

Den schicken neuen Orangensaft im Tetrapäckchen neulich habe ich leider verpaßt. Während alles um mich herum an etwas nuckelte, was so schmecken soll wie frisch gepreßt, konnte ich einfach die Verteilerstelle nicht finden. Oder es war bereits alles ausverschenkt. Die Rechnung der Marketingstrategen ging aber trotzdem auf: Ich habe mir das Säftlein einfach im nächsten Supermarkt gekauft. Naja, frisch gepreßt schmeckt irgendwie anders. Zugegeben: Wenn's ein "Gratis-Geschenk" gewesen wäre, hätte ich, ohne zu maulen, ein Auge zugedrückt. Von wegen geschenkter Gaul und so. C.W.


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