Ballermann 22

Donauinsel: Warum immer Ibiza? Während der Deutsche - atmosphärisch - keine Alternative zu Oberbayern und Ballermann 6 kennt, hat der Wiener die Copa Cagrana.

Stadtleben | Thomas Rottenberg und Christopher Wurmdobler | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Kaum einer hat es gemerkt. Diesen Sommer hatte Wien akuten Gießkannenmangel. Zu Beginn der Hitzeperiode waren sie plötzlich nicht mehr zu bekommen. Auch Baumarkt-Händler waren ratlos: Irgend jemand war unterwegs, um große Mengen Drei-Liter-Gießkannen aufzukaufen. Und Philodendron & Co. mußten mühsam mit Longdrinkgläsern versorgt werden.

Des Rätsels Lösung lag am Wasser. Oder knapp daneben. So wie ihre Gäste auch hatten die Wirte der Donauinsel dem Overkill an "Exklusivreportagen" von den sommerlichen Trinkstränden der Deutschen nicht entkommen können und erkannt, daß der Gast es liebt, den Sangria im Kollektiv mit Meterstrohhalmen aus dem Kübel zu trinken. Doch da andere Länder andere Trinkgewohnheiten bedingen, modifizierte man den balearischen Piefkepott. Wien kam auf die Gießkanne. 399 Schilling kosten drei Liter Sangria auf der Insel. Inklusive Kanne. Wer diesen Sommer also eine Gießkanne brauchte, kam an Copa Cagrana und Sunken City nicht vorbei.

"Es war eine passable


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