Besuchen Sie Europa ...

Neues Beisl:... solange es noch schmeckt. Oder: Wie die Weltpolitik ein kleines Beisl mitten im fünfzehnten Bezirk zu ändern vermochte.

Stadtleben | Florian Holzer | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

Mich hat man unter anderem mit dem Versprechen in die EU gelockt, daß der gemeinsame Markt der leidigen Kontingentierung von Prosciutto und anderen Genüssen ein Ende bereiten würde. Schnöde, ich weiß, aber gescheitere Menschen als ich haben aus - nach heutigem Dafürhalten - noch kruderen Gründen ihr Kreuzerl gemacht.

Einst Hort der Genußkultur, ist Europa deren größter Feind geworden: Ländlichen Kleinproduzenten wird mit aberwitzigen Hygieneverordnungen die Luft abgedreht, Nahrungsmittelindustrien hingegen mäht man die Wiese. Die Schweine für den Parma-Schinken kommen aus Belgien, Olivenöl wird in Raffinerien von ungewollten Aromen befreit, und hier ist man stolz, ein McDonald's-Musterland zu sein. Nivellierung und Zentralisierung stehen in einem Gegensatz zu regionaler Identität, und selbst die Verleihung noch so vieler "geschützter Ursprungsbezeichnungen" wird die Zerstörung von Kleinstrukturen nicht stoppen. Abgesehen vom Mehr an Reglementierung und Bürokratie.

Unter


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige