Tier der Woche: Starr vor Schreck

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 35/98 vom 26.08.1998

"Ich bin so schlapp, schlapp, schlapp ..."

Großer Asterix Band V, Die goldene Sichel Weit nach Mitternacht. Ein Ventilator zerschnippselt die schwüle Luft einer Zeitschriftenredaktion in kleine Scheibchen. Ein Mann [M.] sitzt völlig regungslos vor einem leeren, grünlich flackernden Bildschirm. Auf dem Gang wird der Tritt von schwerem Schuhwerk hörbar, die Tür wird aufgestoßen und eine Frau [F.] mit Ochsenziemer tritt ein).

F. (laut): "Wo ist dieser gottverdammte Text!" (Die Augenlider des Mannes klappen ruckartig nach oben, ein krächzendes Räuspern wird hörbar).

M. (versucht mit seinem Oberkörper den Bildschirm abzudecken): "Bin gleich fertig."

F. (sehr laut): "Erzähl mir nichts, du hast doch noch keine Zeile geschrieben. Wo ist die Story!"

M. (adagio, aber betont): "K-a-t-a-l-e-p-s-i-e. Ein Starrezustand, der bei Menschen nur pathologisch als motorische Störung nach Hirnverletzungen auftritt (F. grinst bestätigt), aber bei manchen Tieren einen sinnvollen Zustand der Inaktivität


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