Scheiden tut weh

Alfred J.Noll | Vorwort | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Kommentar: Zwischen Ehebruch und Sozialstaat: zur Reform des Ehe- und Scheidungsrechts.

"Wo es glatt und rutschig ist, sollten wir uns unsres Urteils enthalten", warnte der alte Plutarch. Die Sache fiele leichter, wenn wir mit dem überzeugenden Gestus rechtspolitischer Gestaltungskraft das Bestehende zur Seite räumen und das vorurteilsfrei konstruierte Modell eines partnerschaftlichen Umgangs verschieden- und auch gleichgeschlechtlicher Erwachsener in Gesetzesform gießen könnten. Wer wollte hier nicht schon einen bereinigenden Anfall blasphemischer Raserei setzen? Ehe weg! Familie weg! - Vergeblich, immer noch hat sich das Überkommene als beständig erwiesen. Und zur Möglichkeit eines freien, aber dennoch staatlich anerkannten Partnerschaftsvertrages darüber, wie Erwachsene jedweden Geschlechts ihr gemeinsames Leben (mit oder ohne Kinder) vor und nach einer Trennung regeln wollen, wird es wohl so bald nicht kommen. Da hat bisher keine Ideologiekritik geholfen und kein Verweis auf

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