Lach- & Sachgeschichten

Porträt: Als Renate Brauner als Integrationsstadträtin antrat, erntete sie zahlreiche Vorschußlorbeeren. Heute ist sie die Buhfrau in der Rathaus-Regierung.

Politik | Gerald John * Mitarbeit: Patrik Volf | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Dieses Lachen. Glockenhell schallt es durch die düsteren Gänge des Wiener Rathauses. Erstmals haben es die Damen und Herren Politiker im neogotischen Monstrum am Ring im Spätherbst 1996 vernommen. Damals kündigte es ein neues Gesicht in den Reihen der altvertrauten Wiener SP-Politiker an: Die quirlige Parteisekretärin Renate Brauner wurde Stadträtin für Integration, Frauen, Konsumentenschutz und Personal.

Viele freuten sich über die Neue. Die SPÖ, weil sie Brauner als Signal an jüngere Wählerschichten verkaufen wollte. Grüne und Liberale, weil sie sich von der neuen Stadträtin Kooperationsbereitschaft erhofften. Ausländerlobbyisten, weil Integrationspolitik endlich eine Stimme bekam. Wer inhaltlich nichts mit ihr anfangen konnte, freute sich zumindest über ihre Liebenswürdigkeit. Und ihr Lachen.

Brauner lacht immer noch herzlich. Auch nach eineinhalb Jahren im Stadtratssessel sieht sie aus wie das blühende Leben, küßt und duzt gerne. Doch die anderen lächeln immer seltener


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