Lach- & Sachgeschichten/Kleine Migrationsgeschichte: Einwanderungsstadt Wien

aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Wirtschaftlicher Boom, Vollbeschäftigung, Arbeitskräftemangel. Sie standen am Beginn der jüngsten Zuwanderungsgeschichte. Anfang der sechziger Jahre wurde der Ruf der Wirtschaft nach weiteren Arbeitskräften immer lauter. Nach langem Widerstand stimmte der ÖGB 1961 im Zuge des Raab-Olah-Abkommens zu, jährlich Kontingente für die Beschäftigung von Ausländern auszuhandeln. Damals lebten gerade 24.058 Menschen nichtösterreichischer Staatsbürgerschaft in Wien - und dies trotz der Flüchtlingsbewegungen nach 1945 und der Ungarnkrise 1956. Von 1962 an wurden zahlreiche Anwerbeabkommen, unter anderem mit Spanien, der Türkei, Jugoslawien und Tunesien, abgeschlossen. 1967 wurde am Ostbahnhof sogar ein eigenes Arbeitsamt für "Gastarbeiter" eingerichtet. Trotz intensiver Anwerbungspolitik blieb in den ersten Jahren bis 1970 die Beschäftigung österreichweit unter der 100.000er-Marke. Erst durch die Abwanderung inländischer Arbeitskräfte in das prosperierende Westeuropa stieg der Bedarf


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige