Die "Zukunft", die ich meine?

Parteischulden: Mit der FPÖ Niederösterreich läuft erstmals eine politische Partei Gefahr, den Ausgleich anmelden zu müssen. Mit den Gesellschaften Freie Zukunft und Freies Wohnen hat sich die Partei 250 Millionen Schilling Schulden eingefangen.

Patrik Volf | Politik | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Wer hätte gedacht, daß Jörg Haider und Christof Schlingensief einst gemeinsame Sorgen plagen würden. Bärentaler und Wolfgangseeschwimmer sind in Finanznöten - nicht persönlich, versteht sich. Daß sie sogar zu ähnlichen Lösungsversuchen neigen, ist erstaunlich: Schlingensief muß seine defizitäre "Chance 2000" durch Spenden seiner Mitglieder auffetten, Haider läßt seine FPÖ-Landesorganisation in Niederösterreich für ihre Schulden selbst haften. Freilich nehmen sich Schlingensiefs gesamtdeutsche Ausstände von 90.000 D-Mark (rund 630.000 Schilling) eher harmlos aus im Vergleich zu den, laut Kreditschutzverband, niederösterreichischen 307,8 Millionen Schilling. Das Tilgungsprinzip ist dasselbe: von wegen musketiersches Ehrgefühl ("Einer für alle!"). "Parteigänger zahlen" heißt die Devise (also: "Alle für einen!").

Erstmals in der Geschichte der Republik muß eine politische Partei den Gang zum Ausgleichsrichter antreten. In Niederösterreich stehen zwei Wohnbaugesellschaften

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