Alles O.K.?

Organisierte Kriminalität: Diese Woche beginnt in Wien der bislang größte Russenmafia-Prozeß um die Ermordung eines georgischen Mafiapaten. Die Ermittlungen zeigen die Verflechtungen der organisierten Kriminalität mit Österreichs Mächtigen. Steckt Wien wirklich schon im "Würgegriff der Mafia"?


Florian Klenk
Politik | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Seit zwei Jahren sitzen zwei 24jährige Burschen in den Einzelzellen des Hochsicherheitstraktes im Landesgericht für Strafsachen in Untersuchungshaft und warten auf ihren Prozeß. An ihren Zellentüren hängt ein Schild: "Gewaltverbrecher". Vergangenen Dienstag durften sie für ein paar Stunden hinaus, um erstmals vor die Geschworenen und einen Pulk von Journalisten zu treten. Ein Pate aus Rußland, drei rivalisierende Clans, ein kaltblütiger Mord mitten in der gemütlichen Wiener Innenstadt, das gibt aufregenden Stoff für Chronikspalten.

Zwei Jahre kämpften sich die Beamten der Einsatzgruppe zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität (EDOK) und Staatsanwältin Theresia Schuhmeister-Schmatral durch Aktenberge französischer, belgischer, ungarischer und russischer Behörden. Penibel will die Staatsanwaltschaft den Geschworenen und dem jungen Richter Wilhelm Mende (er leitet seinen ersten Geschworenenprozeß) in den nächsten Wochen beweisen, daß das Opfer nicht nur ein honoriger

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