Presseschau

Medien | Armin Thurnher | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Manchmal kann es nicht schaden, innezuhalten und über die Grundlagen des Geschäfts nachzudenken. Das braucht man nicht selbst zu tun. Dafür gibt es die sogenannten führenden Köpfe, zu denen ich selbst auch insofern zähle, als diese Köpfe über ein Kästchen verfügen, das zwischen Inhaltsverzeichnis und Inhalt erscheint und derart Meinungskompetenz suggeriert. So ein Kästcheninhaber ist auch Wolfgang Maier, Chefredakteur der oft unterschätzten medientheoretischen Wochenschrift tv-media. Maiers Gedanken über die Medienlandschaft sind stets reizvoll, und mitunter darf er sogar Platz für seinen Mentor Wolfgang Fellner machen, den Nestor der österreichischen Medientheoretiker. Letzte Woche aber war Maier selbst am Wort und belehrte uns über Grundlegendes. Über Gewinn und Verlust zum Beispiel. Der ORF, schrieb er, ziehe "immensen Gewinn" daraus, daß seine Starmoderatoren "ihre Haut nicht bloß im ORF zu Markte tragen, sondern auch in Zeitungen und Magazinen". Deswegen müsse der sie sagen lassen, was sie wollen. Vor allem in tv-media, das ein Unternehmen von immenser Gemeinnützigkeit ist.


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