Kommentar: Denk' ich an Deutschland vor der Wahl

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Der SPD-Kanzlerkandidat Gerhard Schröder hat angekündigt, daß er, wenn er gewählt wird, den ehemaligen Verleger Michael Naumann zum Bundeskunstminister machen möchte (bislang war Kultur Ländersache). Jetzt hat Deutschland auf einmal, was wir längst schon haben: eine Staatskünstlerdebatte. Glaubt man der Zeit, dann ist die deutsche "Traditionslinke" entsprechend aufgekratzt, spricht von geistiger Wende, und nichts scheint ihnen dringender, "als sich einer vielleicht demnächst regierenden Partei anzudienen, der eine besondere Nähe zum geistigen Erbe keineswegs nachgesagt werden kann" - wie Ulrich Greiner süffisant anmerkt.

Auch SPÖ-Bundesgeschäftsführer Andreas Rudas griff die eher verhaltene Diskussion um die Gründung eines eigenen Kulturministeriums in der Presse auf und outete die Sozialdemokratie als "Kulturbewegung". Entdeckt die Sozialdemokratie die Kultur? Und: Wenn ja, was dann? Friede, Freude, Aufbruchstimmung? Wenn alle bei Vernissagen und Premieren traut beisammenstehen,


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