Mit Hölderlin am Strand

Literatur: Der italienische Schriftsteller und Lusitanistik-Professor Antonio Tabucchi erhält am 7. September den Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur. Mit dem "Falter" sprach der Autor über den (Anti-)Helden seines Erfolgsromans "Erklärt Pereira", über Fernando Pessoa, seine Wahlheimat Portugal, das Engagement des Intellektuellen und große österreichische Romanciers.

Kultur | Mirjam Jessa | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Als Berufsbezeichnung steht in seinem Paß: Lehrer. Schriftsteller - so meint Tabucchi - sei kein Beruf. Er unterrichtet portugiesische Literatur an der Universität von Siena und lebt mit seiner portugiesischen Frau, der Pessoa-Expertin Maria José de Lancastre, mit der zusammen er alle Werke Fernando Pessoas ins Italienische übersetzt hat, sehr zurückgezogen in Italien und in seiner Wahlheimat Portugal. Auf deutsch sind von Tabucchi, der 1943 in einem Dorf bei Pisa geboren wurde, bislang zehn Bücher erschienen, darunter die beiden Romane "Erklärt Pereira" (1994) und "Der verschwundene Kopf des Damasceno Monteiro" (1997). Dieser Tage erscheint sein erster, im Original 1975 erschienener Roman "Piazza d'Italia" - wie alle vorangegangenen Bücher in der hervorragenden Übersetzung der in Wien lebenden Karin Fleischanderl, die maßgeblich an Tabucchis Erfolg im deutschsprachigen Raum beteiligt ist. Im November erhält sie dafür gemeinsam mit Tabucchi den Hans-Nossack-Preis, der von der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige