Streifenweise

Kultur | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Am besten war die Szene, in der ziemlich unerwartet Kunstschnee unter John Steeds Schuhen knirscht, nachdem er sich in den Park von Herrn de Winter eingeschlichen hat. Die Versammlung der bunten, lebensgroßen Bärenmarke-Teddys, unter deren Fellen sich die Mitglieder einer abtrünnigen Wissenschaftlergemeinde verbergen, oder die marmorne Zimmerflucht à la Escher waren auch kleine Highlights - das zeugte immerhin vom Bemühen um jene charmante Verschrobenheit, die dem Film insgesamt abgeht. Ansonsten ist London eine völlig menschenleere Stadt, der Weichzeichner und das Kunst-Glanzlicht für Dauereinsatz ungeeignet und "The Avengers" (Regie: Jeremiah Chechik), verdächtige 86 Minuten kurz, ein Konversationsstück, in dem sich Steede und Mrs. Peel die Sätzchen auf Kommando zuwerfen und einem dabei leider recht schnell fad wird.

Letzteres gilt auch für die Produktion "Wer mich liebt nimmt den Zug", den neuen Film des französischen Bühnenregisseurs Patrice Chéreau ("Die Bartholomäusnacht").


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