Mystery Train

Film: "Moebius" ist eine Art metaphysischer U-Bahn-Thriller. Realisiert hat ihn die Klasse einer argentinischen Filmhochschule: "Studentenkino" der anderen Art.


Klaus Nüchtern
Kultur | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

U-Bahn-Fahren gilt gemeinhin als eine sichere, ja fast spießige Fortbewegungsart. Dementsprechend ist das Genre des U-Bahn-Films, geschweige denn des U-Bahn-Thrillers eher schmal. Und obwohl Filme wie "Stoppt die Todesfahrt der U-Bahn 123" oder "Speed" die Möglich- und Gefährlichkeit unkontrolliert dahinbolzender U-Bahnen durchaus wirkungsvoll in Szene setzen, denken wohl die wenigsten, die am Karlsplatz die U-Bahn-Linie wechseln, daran, daß ein Wechsel der U-Bahn auch eine Wendung des Schicksals bedingt - wie der Protagonist des argentinischen Films "Moebius" gleich zu Beginn anmerkt. Noch viel weniger als ein Versagen der Bremsen oder Auffahrunfälle wird der kommune U-Bahn-Gast befürchten, in einem Paralleluniversum verlorenzugehen. Genau davon aber handelt "Moebius", an dem nicht nur der außergewöhnliche Plot (nach einer Erzählung von A.J. Deutsch) und dessen überzeugende Umsetzung, sondern auch die Umstände seines Zustandekommens interessant sind: Der bei der Viennale 97

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