Gerettet! Und jetzt?

Salzburger Festspiele: Gérard Mortier & Co. haben in Salzburg die Maßstäbe gesetzt, an denen sie jetzt gemessen werden müssen: eine Bilanz.

Kultur | Jürg Stenzl | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Ein "neues Salzburg" sei durchgesetzt, konnte man vor einem Jahr an dieser Stelle lesen. Gérard Mortier, der künstlerische Leiter, und Hans Landesmann als Leiter des Kaufmännischen und der Konzerte hätten keine wirklich ernstzunehmenden Feinde mehr. Mit Ivan Nagel ist ein vorzüglicher Verantwortlicher fürs Schauspiel gewonnen worden; das diesjährige Programm und sein Erfolg haben es bewiesen. Doch jeder, der in Salzburg Schauspiel machen wolle, werde vom "Morbus salisburgiensis" befallen, meinte Nagel, als er nach nur einem Jahr Abschied nahm, nehmen mußte. Und der "Morbus" war sicherlich nicht jene eigene Krankheit, die als fadenscheinige Erklärung für sein Ausscheiden vorgebracht worden war.

Ivan Nagel hatte ein Ziel und ein Konzept für Salzburg: den ästhetischen Vorsprung der Oper vor dem Schauspiel einzuholen und die Dichtung unserer Zeit in den Mittelpunkt zu rücken, "Massenkultur nicht als Elitekultur zu verkaufen". Elfriede Jelinek hat das Publikum weder verschreckt noch


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