Club der abgefuckten Kids

Musik: Mitten im separatistischen Trauma der Provinz Quebec verwirklicht sich der feuchte Traum des Multikulturalismus - in Form einer Band namens Bran Van 3000.

Kultur | Robert Rotifer / London | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Wir befinden uns in der Subterrania, einem Club direkt unter der Autobahnbrücke, die das Londoner West End mit der Ausfahrt nach Heathrow verbindet. Das Innendekor dieses lebendigen Denkmals urbaner Fehlplanung trägt all die deprimierenden Züge eines klassischen Jugendzentrums aus den siebziger Jahren: Wandverschalungen aus orangefarbenem Plastik, ein sechseckiger Dancefloor, über dem einsam eine mickrige Disco-Kugel kreist. Aber kurioserweise ist es just diese Umgebung, die Jamie DiSalvio, einen kleingewachsenen Mittzwanziger aus Montreal, mit Ehrfurcht erfüllt. "Subterrania war der Club, in dem man The Clash in ihrem Film ,Rude Boy' jammen sieht", sagt Jamie in jenem sentimentalen, weltgewandten Tonfall, in dem Leute seines Alters auf den unschuldigen Enthusiasmus der eigenen Teenagerzeit zurückzublicken pflegen: "Ich fand das so cool."

Eigentlich ist es ein reiner Zufall, daß Jamies Band Bran Van 3000 ausgerechnet hier ihr britisches Debüt spielen wird, aber die symbolischen Verquickungen


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige