Nüchtern Betrachtet: Leben wie Gott in England

Kultur | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Es war alles ein einziger Irrtum gewesen. Um der brütenden Hitze, die seit Juli über dem Land gelegen war, zu entgehen, hatte ich beschlossen, Urlaub in England zu machen. In London ist es nicht so heiß, es ist sogar eher kalt, denn man muß den Mantelkragen aufstellen, weil es regnet, und die Uhrzeit kann man nicht sehen, sondern, ding-dang-deng-dong-dong-deng-ding-dang, nur hören, weil der Nebel die Parlamentsuhr verhängt. Zudem ist alles nur Schwarzweiß, das hatte ich in den Edgar-Wallace-Filmen mit Joachim Fuchsberger ja gesehen. Wie groß also war meine Enttäuschung, als es nicht nur Farbe, sondern auch Sommer gab. Keine Spur von hochgestellten Mantelkrägen, keine Spur von Regen, Nebel und verhangenen Parlamentsuhren. Das primitive Inselvolk, das bis zu meiner Ankunft sehr wohl mit Regen, Nebel, verhangenen Parlamentsuhren und vermutlich auch in Schwarzweiß gelebt hatte, begrüßte mich enthusiasmiert. Endlich, so rief man mir zu, hätte ich den Sommer gebracht. "Es ist alles


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