Stadtrand: Männer.

Stadtleben | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Stellen Sie sich vor, Sie knien in der Küche, beide Arme im Tiefkühlfach, unter sich mehrere Eisbrocken, neben sich den Aufreibfetzen. Was sagen Ihre Kollegen?

"Ah, das Enteisungskommando!" flötet zum Beispiel Klaus T., während er leichtfüßig über Sie hinwegsetzt. "Ich wollt's ja auch schon machen, aber du bist eindeutig professioneller", könnte von Carsten F. kommen. "Taust du den Kühlschrank ab?" würde Markus W. erkennen.

Szenenwechsel. Ein beliebiger Billa, Samstag nachmittag. Ein Mittvierziger vom Typ Taxler, frisch geschieden, zum Einkaufen vergattert oder aus sonst einem Grund unfreiwillig hier, steht an der Kassa und sagt: "675 Gramm, ich hab's abgewogen." Auf den Hinweis der Kassiererin, er müsse Weintrauben nicht nur abwiegen, sondern auch auf die Taste mit dem Bild drücken, um ein Preisschild auszudrucken, meint er: "Dann müssen Sie das halt besser erklären. Das kapiert ja keiner."

Es gibt eine Theorie, nach der sich Männer im Haushalt nur deshalb wie Volltrottel anstellen, weil die Geräte zu einfach sind und sie nicht mit technischem Fachwissen brillieren können. Erst Gebrauchsanweisungen ab 200 Seiten würden in ihnen den Ehrgeiz ("Laß mich nur machen, Schatzi") wecken. Aber vermutlich auch nur, wenn sie wollen. S.N.


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