Draußen im Hof

Innenhöfe: Was außen nach langweiliger Hausfassade aussieht, kann mitunter ein grünes Paradies verbergen. Das Spektrum der Wiener Innenhöfe reicht von asphaltiertem Parkplatz bis zum Biedermeier-Garten.

Stadtleben | Evelyn Rois und Bruno Stubenrauch (Text und Fotos) | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Die Koloniakübel haben seit dem Frühjahr ein Laubendach bekommen. Salbei, Thymian, Petersilie und Maggikraut räkeln ihre Blätter in der Sonne, Rosen ranken über der Tür. Fräulein Smilla, die glücklichste Katze Wiens, hat sich nach der nächtlichen Jagd nach Mäusen und Vögeln zwischen den Blumentöpfen ausgestreckt und begrüßt die Nachbarn in ihrem kleinen Hinterhof mit einem freundlichen Augenzwinkern. Der Kräutergarten versorgt die dahinterliegende Küche mit täglich frischen Zutaten. Aber nicht genug der Idylle, eröffnet sich im zweiten Innenhof erst der "richtige" Garten, der sich mit den angrenzenden Grünflächen schon fast zu einem Park ausweitet. Ein paar Holzsessel verleihen südländisches Flair. Mitten in Mariahilf.

Die Oase ist zwar nicht gerade der typische Wiener Innenhof, aber durchaus auch kein Einzelfall. Wer bei einem Stadtspaziergang einfach in offenstehende Haustore biegt, findet sich oft inmitten von Grünanlagen nie vermuteter Größe und Üppigkeit wieder.


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