Die Apotheose der Wurst

Neues Beisl: Weibel, die Dritte. In seinem neuen Bistro geht's wieder um den gutbürgerlichen Genuß an Wein, feinem Essen - und am Gabelfrühstück.


Florian Holzer

Stadtleben | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Den radikalen Willen zur Revolution kann man dem Weibel-Hans nicht gerade vorwerfen. Sein zweites Lokal war eine etwas größer geratene Kopie des ersten, bereichert um eine Küche. Das dritte wurde ein bißchen zur Kopie des zweiten, wobei man von Beuschel und Tafelspitz ein paar Schritte in Richtung Coq au vin und Entrecôte wagte. Das tauge ihm halt so am Bistro, sagt Weibel, daß die Leute da bei einem Glas Wein stehen und ein bißchen was essen, aber eben auch gemütlich sitzen könnten, wenn sie wollten.

Nachdem es im Vis a vis platzmäßig nämlich gar nicht anders geht, als den köstlichen Trunk in der gestreckten Vertikale zu sich zu nehmen, kompensierten die Esser diesen Mangel in Weibels Wirtshaus und drangen immer weiter in den Stehpultbereich vor, bis sie ihn ganz erobert hatten. Das neue Bistro wurde nun einfach geteilt, rechts für die Im-Sitzen-Esser, links für die Im-Stehen-Esser und -Trinker. Dazu eine recht prominente Theke mit hübscher Aussicht auf eine Reihe köstlicher

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