Rare Grooves

Shopping: Im "Ohrenschmaus" in der Leopoldstadt gibt es seltene Platten als CD-Neuauflagen. Beispielsweise Blaxploitation-Soundtracks.

Christopher Wurmdobler | Stadtleben | aus FALTER 36/98 vom 02.09.1998

Es gibt Geschäfte, die erkennt man schon von weitem. Bäckereien zum Beispiel am Duft von Frischgebackenem. Plattenläden hört man. Sie grooven. Schon aus der Ferne. Auch noch "Music Shop" drüberzuschreiben ist dann fast schon überflüssig. Immerhin: Den Zusatz "second hand" hat Günter Hofstädter von seinem gelben Ladenschild bereits vor ein paar Monaten entfernt. In seinem "Ohrenschmaus" gibt es nämlich inzwischen zu neunzig Prozent Neuware, in erster Linie CDs.

"Wir sind Spezialist in Sachen Groove", sagt Hofstädter. Und zwar Rare Grooves. Vor allem amerikanische Kompilationen seltener Aufnahmen aus dem Bereich Soul und Funk der siebziger Jahre versucht der 31jährige aufzutreiben. "Aber ich bemühe mich, einen Spagat zwischen den unterschiedlichsten Musikstilen zu schaffen." Und so findet sich hier so ziemlich alles, was neu oder wieder neu auf CD gepreßt wurde, sogar Klassik und Speedmetal. Es komme vor, erzählt Hofstädter, daß im Geschäft ein langbehaarter Metal-Fan neben

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