"Grüne sind unpolitisch"

Interview: Thomas Prader, Landessprecher der Wiener Grünen, zieht sich aus der Politik zurück. Ein Gespräch über alte Gesichter, grüne Überheblichkeit, Untertanen im Waldviertel und Kat-Kauen im Jemen.

Politik | Gerald John und Patrik Volf | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Falter: Warum ziehen Sie sich aus der Politik zurück?

Thomas Prader: Nachdem der Job des Landessprechers ehrenamtlich ist, mußte ich in den letzten drei Jahren praktisch von den Reserven meiner Rechtsanwaltskanzlei leben. Anwälte, die ein Naheverhältnis zu einer Großpartei haben, werden von ihr auch mit Aufträgen unterstützt, wenn es notwendig ist. Bei den Grünen ist das Gegenteil der Fall - da gilt das als Freunderlwirtschaft. Meine Zeit als Landessprecher hat mich viel Geld gekostet.

Wieviel?

Eine Million wird's schon gewesen sein.

War der Ausflug in die Politik soviel wert?

Ja. Ich bereue keine Minute, die ich in der Politik verbracht habe.

Wenn alles eitel Wonne gewesen wäre, würden Sie wohl nicht gehen.

Doch. Aber eine Rolle spielt auch, daß sich politisch derzeit fast nichts bewegt. Die Versuche, mit der SPÖ in Wien zusammenzuarbeiten, waren desillusionierend. Die SP-Stadträte haben offensichtlich noch weniger Spielraum als grüne Politiker. Wenn ich nur an die Ausländergeschichten


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige