Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Politiker haben Waffen, "weil sie sie geschenkt bekommen haben," Playboy-Leser tun es nur "der guten Reportagen" wegen. Und zum "Vera"-Schauen wird man gezwungen, damit gewisse Kolumnenkästen nicht leer bleiben.

"Vera" also. Erstmals in voller Länge. "My first Vera", sozusagen. War ich aufgeregt. (Sofern man am Sofa festgeschnallt aufgeregt sein kann.) Wie hoch würde der bereits legendäre Tränenfaktor sein? Wie viele Hinterbliebene würde sie "erstmals hier auf Sendung" mit frischausgegrabenen Lassing-Opfern wiedervereinigen?

Doch dann: 2 prominente Sitzenbleiber, 100 Nachzipfschüler, 1 Playmate (verschminkt), 1 Messerattentatsopfer (offensichtlich sediert), 2 Eltern (mit Messerattentatsopfer wiedervereinigt, tränenlos), 1 halbtranssexuelles Ehepaar (einsilbig).

Ich will ja jetzt keine Anspielungen über Schwangerschaftshormone machen, aber an meine Donnerstagabende lasse ich ab sofort nur mehr meinen Videorecorder und "Ally McBeal", gesammelte Folgen. ("Vera", Do, 21.05 Uhr, ORF 2; "Ally McBeal", Sa, 17.10 Uhr, ORF 1)


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