Musik für die Massen

Pop: Wie Depeche Mode in der Pasadena Rose Bowl einen der großen Momente des Pop zelebrierten, und warum die Band mehr Anerkennung verdient, als ihr - gerade von ihren britischen Landsleuten gezollt wird.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Zehn Jahre ist es her, daß Depeche Mode am Zenith ihrer Karriere in der Pasadena Rose Bowl vor 75.000 weißen amerikanischen College-Kids auftraten. Eigentlich spielten sie nur ihr gewöhnliches, mittlerweile zu einer Kollektion von Greatest Hits angewachsenes Set und waren doch ganz schön nervös wegen all der vielen Leute und Kameras. Irgendwann im Verlauf dieses Konzerts begab es sich, daß der eigentlich bis zur Unsicherheit scheue Sänger Dave Gahan plötzlich seine Rolle begriff. Gerade noch war er zu den eigenen Songs elegant und linkisch zugleich quer über die Bühne getanzt, als er sich - so wie Generationen von Rockstars vor ihm - vor den Monitorboxen in Reichweite der ihm entgegengereckten Hände niederkniete. Mit auffordernden Gesten brachte er das Publikum dazu, unter gemeinsamem Armeschwingen einen Refrain zu intonieren: "Everything counts in large amounts" - alles zählt in großen Mengen.

Geplant oder nicht, es war einer der großen Momente des Pop, in denen jedes Detail


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