Kunst & Kommerz im Kosmos

Kino: 84 Jahre nach seiner Gründung steht das Kosmos-Kino in der Siebensterngasse vor der Schließung. Ein Nachruf auf eines der größten und schönsten Kinos Wiens, dessen wechselvolle Geschichte auch die Geschichte des Landes widerspiegelt.

Kultur | Peter Payer | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Die aktuelle massive Umstrukturierung der Wiener Kinoszene fordert neue Opfer. Jüngstes Beispiel: die bevorstehende Verlagerung der Kinder- und Jugendfilmaktivitäten des Vereins Wiener Jugendkreis (eine Einrichtung des Landesjugendreferates der Stadt Wien) vom Kosmos-Kino in das frei werdende Opern-Kino. Die weitere cineastische Nutzung der Räumlichkeiten in der Siebensterngasse ist ziemlich unwahrscheinlich, und so wird das Kosmos zusammen mit dem Gartenbau, dessen Schließung sich ebenfalls ankündigt, zu den prominentesten Kinoleichen dieses Jahres gehören. Dabei hatte gerade dieses Kino bisher alle Krisen, die - wie ein Blick auf die Geschichte zeigt - immer wieder von der Auseinandersetzung zwischen Kunst und Kommerz geprägt waren, erfolgreich überstanden.

Eröffnet wurde das Kosmos-Kino am 29. Jänner 1914. Betreiber war der Verein Wiener Kosmos, den Alto Arche gemeinsam mit anderen Filmbegeisterten gegründet hatte, um dem "Schmutz und Schund" der kommerziellen Kinos ein dezidiert


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