Scheitern als Chance

Film: "Aprile", der neue Film des italienischen Regisseurs Nanni Moretti, macht das Unmögliche möglich.

Kultur | Isabella Reicher | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Der Motorist macht Pause: In "Caro Diario" (1993) kehrt Nanni Moretti auf einer Vespafahrt irgendwann in einer seiner geliebten Bars ein, bestellt einen Kaffee und läßt sich von der Musik, die aus dem Lautsprecher dröhnt (Silvana Mangano singt "Rhumba Anna"), zu einem kleinen Tänzchen verleiten. Auch in "Aprile", seinem neuen Film, gerät der Regisseur und Hauptdarsteller in Bewegung: Über die eine Schulter seinen kleinen Sohn gelegt und über die andere einen Kassettenrecorder, wiegt er sich durch die Wohnung, nachdem er die befreiende Erkenntnis gewonnen hat, daß es eigentlich auch jetzt keinen Grund gibt, erwachsen zu werden.

Der Film beginnt im März 1994. Berlusconi hat die Wahl gewonnen. Moretti und seine Mutter verfolgen im Fernsehen den enthusiastischen Kommentar von Emilio Fede, Direktor des Senders Rete 4, hören dem lächelnden Berlusconi zu, der meint, er werde "Italien reparieren", und können es gar nicht fassen. Er solle doch einen Dokumentarfilm über die politische


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