Streifenweise

Kultur | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Eine eigentümliche Zeitverschiebung stellt sich beim Betrachten dieses Films ein: Selbst bereits vor über einem Jahr fertiggestellt, bezieht sich "Welcome to Sarajevo" auf Ereignisse, die im Jahr 1992 stattfanden. Noch nicht sehr lange her und doch schon ein wenig vergangen, aber irgendwie noch nicht lange genug, um sich davon schon in Form einer filmischen Fiktion distanzieren zu können. Michael Winterbottoms Film zeigt Menschen bei der Arbeit: Weder was sie tun, noch wo sie sich befinden, ist alltäglich. Ihre Zentrale ist das Hotel "Holiday Inn" im umkämpften Sarajevo, der Grund ihrer Anwesenheit die mediale Berichterstattung vom Krieg. Winterbottom wechselt zwischen seinen fiktiven Charakteren und "echten" Bildern - die Frage der journalistischen Ethik wird dabei ohne gröbere Psychodramatik angerissen. "Welcome to Sarajevo" ist ein eigenartiger Film - manchmal scheint er seinem Thema nicht gewachsen und droht in Sentimentalität abzudriften, dann wieder gelingen ihm doch eindringliche


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