Intrige als Passion

Literatur: Vier Jahre nach "Der Campus" hat der ehemalige Anglistikprofessor Dietrich Schwanitz seinen zweiten Roman vorgelegt. "Der Zirkel" ist eine geistreich-unterhaltsame, aber politisch bedenkliche Abrechnung mit dem deutschen Universitätsmilieu.

Kultur | Klaus Taschwer | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Weißt du, Männer wollen immer die nackten Körper der Frauen sehen. Frauen dagegen wollen immer die nackten Gefühle der Männer sehen." Mit dieser Einsicht beglückt Daniel Dentzer die Journalistin Vanessa Steinbrück, kurz nachdem sie sich erstmalig alles Sehenswerte gezeigt und anschließend kondomgeschützt Kurzweil getrieben haben. Dentzer muß es wissen: Schließlich hat er mit einer Arbeit über "Liebe und Konflikt" promoviert und gilt als notorischer Homme à femmes.

Ansonsten ist der smarte 31jährige persönlicher Referent des Wissenschaftssenators Weiss, der sich zum Ziel gesetzt hat, die Hamburger Universität zu reformieren. Aber das ist ein nahezu unmögliches Vorhaben, denn dort herrscht eine unheilige Allianz aus Mittelmaß und Wahn. Mit dieser Diagnose, die Lesern von "Der Campus" längst vertraut ist, hält sich Dietrich Schwanitz diesmal nicht lange auf und schlägt eine etwas forschere Gangart ein: Bei Protesten gegen einen - angeblich - faschistischen Wissenschaftler


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