Bis die Wasserpfeife erlischt

Einkaufen: Wiener Geschäftsleute dürfen ihre Läden weder nach 19.30 Uhr noch sonntags offenhalten. Kulinarische Komplettversorgung außerhalb der Öffnungszeiten ist trotzdem möglich.

Stadtleben | Michael Hafner | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Die Wimmergasse wirkt nachts ebenso ausgestorben wie der Rest von Wien. Pflastersteine, Asphalt, Verkehrsgeräusche von der Wiedner Hauptstraße - ganz das Übliche. Nur aus einem Schaufenster dringt noch Licht: Die "Lebensmittel-Videothek Inhaber Sobhi Bekhit" ist scheinbar nie geschlossen. Im Hinterzimmer spielen stets versammelte Freunde des Chefs Backgammon, rauchen Wasserpfeife - und einer von ihnen findet sich immer bereit, den Verkäufer zu spielen. Das führt zwar oft zu Unstimmigkeiten bei der Preisgestaltung - "Kostet Schwechater jetzt 12 oder 14 Schilling?" -, dafür haben Vergeßliche auch jenseits der üblichen Ladenöffnungszeiten die Chance, ihren Vorrat an Dosenbier, Konserven und ägyptischen Delikatessen aufzustocken.

Auch jenseits der Bahnhöfe und des Billa am Praterstern setzen sich immer mehr kleine Geschäfte über die gewohnten Öffnungszeiten hinweg. Verzichten muß man auf gar nichts mehr - nur ein wenig Mobilität ist gefragt. Vom kleinen Supermarkt bis zu skurrilen


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