Tier der Woche: Sein Kampf

Stadtleben | Peter Iwaniewicz | aus FALTER 37/98 vom 09.09.1998

Das ist mit dem Verstand nicht zu erklären, mein Junge." Dieser Satz stammt nicht aus Bill Clintons Mund, sondern aus dem Film "Godzilla - Kampf der Saurier". 1954, als sich auch in der westlichen Welt die Euphorie über die Existenz von Atombomben zu legen begann, verarbeitete die amerikanische B-Movie-Industrie das Trauma der globalen Zerstörung im Film "Gojira". Der Name dieses Urmonsters bedeutet auf japanisch "Gorillawal" und bezog sich auf einen namensgleichen und entsprechend übellaunigen Mitarbeiter der Filmgesellschaft. Erst in der deutschen Übersetzung wurde der Protagonist zu jenem Godzilla, der zur Zeit als sechzehnte Filmversion in heimischen Kinos zu sehen ist. Die Handlung all dieser Filme ist gleichermaßen simpel, doch der Subtext verdient Beachtung: Während der Vater aller Tiermonsterfilme, King Kong, lediglich die rassistischen und frauenfeindlichen Haltungen der durch die Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre tief verunsicherten amerikanischen (männlichen) Gesellschaft


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