Angriff auf Verteidiger

Kommentar: Die Verteidiger im Sanikidse-Prozeß wurden von der Staatsanwältin gleichsam selbst auf die Anklagebank gezogen.

Vorwort | Georg Bürstmayr | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Die erste Aufregung im Sanikidse-Prozeß ist vorbei, nach dem Eklat zum Ende der ersten Prozeßphase war erst einmal Pause und Nachdenken angesagt. Was bleibt, ist ein sehr ungutes Gefühl. Staatsanwältin Schuhmeister-Schmatral hat einen druckfrischen Observationsbericht vorgelegt, und nicht nur ein Angeklagter, auch das versammelte Verteidigerteam fand sich darin, wurde angeblich bei Gesprächen mit einem Mafia(?)-Mitglied beobachtet. Und im Prozeß geoutet. Damit ist mehr verletzt worden als Ehre oder Eitelkeiten von sogenannten "Staranwälten".

Schuhmeister-Schmatral hat einen schmalen Grat überschritten, und man muß befürchten, sie hat es bewußt getan. Sie hat zumindest den Eindruck entstehen lassen, die Verteidiger selbst pflegten offensiv Kontakte zur organisierten Kriminalität. Und damit hat Schuhmeister-Schmatral die Anwälte der Angeklagten mit in den Streit gezogen, höchstöffentlich. Sie konnte wohl sicher sein, daß diese Story - unabhängig von der Reaktion der Betroffenen


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