Dolm der Woche: M. Bartenstein

Politik | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Schicksal as usual bei Tante "Vera": Ein Verkehrsunfall hat vier schulpflichtige Kinder zu Vollwaisen gemacht. Die Opfer brauchen dringend eine Tagesmutter, das Haus ist mit einer Million verschuldet. Es ist eine Tragödie, und wie das in einer Tragödie so üblich ist, betritt im richtigen Moment ein Bote die Szene - und überreicht Vera einen Brief. "Liebe Vera!" hebt der zunächst anonyme Absender an. Er wolle seinen Beitrag leisten und werde deshalb veranlassen, der betroffenen Familie eine Million aus dem Familienlastenausgleichsfonds zufließen lassen. Gezeichnet: Martin Bartenstein. Schnitt auf den gütig lächelnden Familienminister, der eigentlich in Sachen Kinderpornografie in der Sendung ist, sich aber "spontan" dazu entschlossen hat, den Helden zu spielen. Natürlich hätte er die Million auch einfach so überweisen können. Aber man muß die Tragödien eben feiern, wie sie fallen.


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