Tolle Turbo-Therapie?

Drogen: Eine Wiener Firma bietet Opiatabhängigen an, sie innerhalb weniger Stunden "clean" zu bekommen. Die etablierten Drogenberatungsstellen wollen davon aber nichts wissen.

Verena Ringler und Thomas Rottenberg | Politik | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Heute lebt Roland G. ein normales Leben. In der Früh radelt der 24jährige Tischlereiangestellte zur Arbeit, am Abend nach Hause, zweimal die Woche geht er aus. Nichts Besonderes. Und auch in seinem Bekanntenkreis ist niemandem aufgefallen, daß Roland heute anders lebt als früher. Gesünder und glücklicher wirkt er. Aber sonst? Dabei ist G. erst seit einem halben Jahr nicht mehr süchtig. Dreieinhalb Jahre lang hing er an der Nadel, eineinhalb an der Methadonflasche. "Es war", erinnert sich seine Mutter, "die Hölle." Hölle light, gesteht sie dann aber ein. Denn im Gegensatz zum klassischen Junkie stammt G. aus einer begüterten Familie, die ihn voll unterstützte. So konnte er jahrelang und unbemerkt ein Doppelleben führen. Das war einmal.

Roland G. redet nicht von früher - er hat die Vergangenheit sozusagen weggeschlafen. Sechs Stunden Narkose in einem Berliner Krankenhaus - adieu Nadel, bye-bye Methadon. Ganz einfach. Und teuer: 100.000 Schilling, seufzt die Mutter, hat sie für

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