Fernsehen

Medien | Sigrid Neudecker | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Was haben Kochsendungen und Pornofilme gemeinsam? Sie sollen beide Lust machen. Bei beiden weiß man als Zuschauer nie, ob's gut ist. Und beide Genres zeigen Dinge vor, die der Normalsterbliche ganz selten erreicht. Doch manchmal lassen sie sich (also wenigstens die Kochshows) auf das Niveau des biederen Hausmannes herab, der von der Arbeit heimkommt, zwei Gören abfüttern muß und nur noch Nudeln, Wasser und Nutella zu Hause hat. Das "Kochduell" (Vox, täglich 18.15 Uhr) zeigt, daß es trotzdem geht. Zwei Studiokandidaten werden Einkaufen geschickt und pflegen mit den unglaublichsten Zutaten wie einem Stubenküken, einem Blumenkohl (Vox ist ein deutscher Sender), einem Pfund Weintrauben und einer Alpia-Schokolade zurückzukommen. Daneben steht ein Profikoch, der dann aus all dem (sowie unter Mithilfe des Verursachers) etwas Eßbares kochen muß. Damit's spannend wird, gibt es gleich zwei Teams, nach einer bestimmten Frist werden die jeweiligen Ergebnisse von einer Jury verkostet. Und - wie bei Pornos - tun die dann so, als ob's ganz hervorragend war. Was wahrscheinlich sogar stimmt.


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