"Purismus liegt mir fern"

Film: Tom Tykwer hat bewiesen, daß es einen erfolgreichen deutschen Film jenseits von WG-Komödien gibt. Der Regisseur über "Lola rennt" und Franka Potente, über seine Rolle als Filmwunderknabe und seinen "Godzilla".

Kultur | Michael Omasta | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Tom Tykwer, geboren 1965 in Wuppertal, ist Autodidakt. Er hat nie die Mühlen einer Filmhochschule durchlaufen, statt dessen etliche Jahre lang als Kinovorführer gearbeitet. Das mag mit ein Grund dafür sein, daß seine Filme anders aussehen als die meisten deutschen Filme heute, und nicht zufällig erinnert die Bilderwut seines Spielfilmdebüts "Die tödliche Maria" (1993) und seines vielgelobten "Winterschläfers" (1996), zwei Studien in Sachen Vereinsamung, eher an die Filme eines Atom Egoyan oder Lars von Trier als, sagen wir, eines Sönke Wortmann. Und auch "Lola rennt" ist zunächst und vor allem geprägt von Tom Tykwers Kinoerfahrungen: "Ein Film über die Möglichkeiten des Lebens", so der Regisseur - und gleichzeitig ein Film über die Möglichkeiten des Kinos anno 1998.

Falter: Haben Sie bei all den Interviews, die Sie seit Wochen geben, schon etwas Negatives über "Lola rennt" gehört?

Tom Tykwer: Wenig, ich hab' selten so wenig Schlechtes über einen Film von mir gehört. Wenn


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