Der Medizinmann

Musik: Mark Linkous alias Sparklehorse und sein langer Weg aus dem Rollstuhl in der Wüste Virginias auf eine Londoner Bühne.

Kultur | Robert Rotifer | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Das Hackney Empire ist ein altes, viktorianisches Theater in einer der wenigen noch nicht vom "New Money" vereinnahmten Gegenden Ostlondons. Die Innendekoration ist ganz Ornament und Stuck, und ein alter eiserner Vorhang hängt schwer über der Bühne. Bands spielen hier eigentlich nie, aber man kann gut verstehen, warum Sparklehorse sich das Empire für ihr Londoner Comeback ausgesucht haben. Hier hat das Publikum nämlich zu sitzen, während Mark Linkous, der Sänger, Songschreiber, Kopf und Rumpf von Sparklehorse, steht. Für ihn ist das eine wesentliche Geste, denn bis vor kurzem wäre das Verhältnis mit ziemlicher Sicherheit umgekehrt gewesen.

Die letzten zwei Jahre seines Lebens hat Linkous nämlich damit verbracht, sich von der Unfreiheit des Rollstuhls zurück in die Welt des aufrechten Gangs zu hieven. Als er 1996 das letzte Mal in London spielte, war er noch abhängig von einer strengen Diät aus starken Psychopharmaka. "Wenn du früher in mein Hotelzimmer gekommen wärst, wärst


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