Der transparente Blick

Kulturgeschichte: Die Ausstellung "Der schejne Jid" und ein dazugehöriger Sammelband wagen sich an ein schwieriges Thema: die stereotypen Darstellungen des "jüdischen Körpers" in Mythos und Ritual.

Klaus Taschwer | Kultur | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

"Wenn sie von den Stürmer-Karikaturen, die sich ihr ins Gedächtnis geätzt hatten, einmal absah, hatte sie keine Ahnung, was das bedeuten sollte: jüdisch aussehen. Durfte man das überhaupt denken, daß jemand jüdisch aussieht? Oder ist man da schon Rassist?"

Dietrich Schwanitz: Der Zirkel Es ist eine heikle, mutige Schau, die ab sofort im Jüdischen Museum Wien zu sehen ist. Und sie kommt zu einem Zeitpunkt, der noch eine Extraportion Mut erfordert: Während die öffentliche Meinung - in zum Teil überwunden geglaubter Infamie - um die sogenannte Wiedergutmachung jenes Unrechts debattiert, das den Juden während der NS-Zeit und danach zugefügt wurde, hat man gerade eine Ausstellung eröffnet, die den provokanten Titel "Der schejne Jid" trägt und sich mit dem Bild des "jüdischen Körpers" auseinandersetzt.

Die besondere Herausforderung liegt in ihrem Konzept, für das der angesehene US-amerikanische Germanist und Judaist Sander L. Gilman hauptverantwortlich zeichnet: Während

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