Love Will Tear Us Apart

Literatur: Ian McEwans ebenso packender wie intelligenter Roman "Liebeswahn" setzt die Beziehung eines Ehepaares der psychotischen Erotomanie eines Wahnsinnigen aus. Und er ist ein Plädoyer für die Kraft des Verstandes - wie der Autor im Gespräch mit dem Falter verrät.

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Paare haben es nicht leicht bei Ian McEwan. Sie werden durch Mord ("Der Trost von Fremden"), durch Kindesentführung ("Ein Kind zur Zeit"), die Macht der Geschichte und Entsorgungsprobleme mit einem erschlagenen Ehemann ("Unschuldige") oder durch spirituelle Erfahrung ("Schwarze Hunde") getrennt oder zumindest erheblichem Druck ausgesetzt. "Liebeswahn", der soeben in deutscher Übersetzung erschienene jüngste Roman des 50jährigen, in Oxford lebenden Autors, ist da keine Ausnahme. Auch die siebenjährige und kinderlos gebliebene Ehe von Clarissa und Joe wird einer harten Belastungsprobe unterzogen. "Ich wollte schon lange eine Liebesgeschichte schreiben", so McEwan im Gespräch mit dem Falter, "und ich denke, in jeder Liebesgeschichte muß es eine Prüfung, eine Krise geben."

Im vorliegenden Falle trägt diese den Namen Jed Parry. Parry ist ein 28jähriger, lediger und von einer Erbschaft lebender Arbeitsloser und begegnet Joe unter höchst außergewöhnlichen und dramatischen Umständen:


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