Nüchtern Betrachtet: Ich entschuldige mich bei den Igeln

Kultur | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Autos machen böse. Setzt sich der Mensch in ein Auto, kriegt er ein blechern's Herzl auf die Dauer, keine fröhlich und nachdenklich stimmenden Arik-Brauer-Liedchen gehen ihm mehr von den Lippen, da nutzen auch die hundertwasserhandbemalten Vöslauer-Flascherln auf der Autobahnraststätte nichts: Der Autofahrer trinkt sich mit Balloni- und Mozart-Likör Mut an und fährt den Igel tot, jenen grundsympathischen und -ehrlichen Nützling (erst kürzlich gelang Ruddle & Tetley in ihrer bahnbrechenden Studie der wissenschaftliche Nachweis, daß der Igel völlig zu Recht als der "grade Michl" unter den schwer umzudrehenden Nützlingen gilt), mit dem man immer viel Spaß hat, besonders wenn man ihm Likör in seine Milch tut. Igeltotfahren ist schlecht. Gut hingegen ist Eisenbahnfahren: Eisenbahnen hört der Igel schon von weitem; er denkt "besser umdrehen", läuft auf die Bundesstraße und wird plattgefahren.

Besser als Eisenbahnfahren ist nur Einbaumfahren, besonders wenn man in England ist. Wird


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