Comandante Dusilov: Methode Loni-Eier

Stadtleben | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Kein Ei gleiche dem anderen, führen anerkannte Ovologen stets ins Treffen, wenn sie, das Wesen von Similaritäten verkennend, auf dem Eis der Diversifikation einbrechen. Ungleich, wie wir alle wissen, sind Eier erst nach ihrer Zubereitung zum Frühstücksei. Konsequenterweise, liebe Ovologen, müßte es also heißen: Kein Frühstücksei gleicht dem anderen. Womit wir in medias res apparationis wären. Ein Frühstücksei kann auf vielerlei Arten gekocht werden, aber nur eine Methode führt zum Ergebnis des genießbaren, des schmackhaften, des kernweichen Frühstückseis. Diese Methode heißt Methode Loni, in english: Loni's method. Die Zubereitung eines Frühstückseis nach der Methode Loni geht folgendermaßen: In einem Metallgefäß erhitzen wir Wasser auf 80 Grad. Bei den ersten akustischen Anzeichen des Köchelns verbringen wir das rohe Ei mittels eines hölzernen Kochlöffels in das fast kochende Wasser und stellen eine Eier- uhr auf 4 Minuten 19 Sekunden. (Profis der Methode Loni lesen diese Zeitspanne an ihrer inneren Uhr ab.) Mit Hilfe unseres Kochlöffels heben wir unser Ei nach Ablauf der Lonischen Spanne aus dem erst jetzt kochenden Wasser und schrecken es unter leitungskaltem Wasser bis auf fingerspitzenerträgliche Wärme ab. Sämtliche andere Zubereitungsarten führen zu ungenießbaren Frühstückseiern.


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