Totgesagte leben länger

Kaffeehäuser: Nach vielen besorgniserregenden Meldungen kann Entwarnung gegeben werden: Das Wiener Kaffeehaus stirbt nicht. Dank einem initiativen Unternehmensvertreter und ein paar anonymen Geldgebern.

Stadtleben | Sigrid Neudecker | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Die Pleitegeier hatten bereits sorgfältig die Schnäbel gewetzt. In den Kaffeehäusern der Stadt machte das böse K-Wort öfter die Runde als die Sonntags-Krone. Das Brioni, das Café Haag, das Café Ritter in Ottakring, das ein Wettbüro aufnehmen mußte, und jetzt auch noch Bräunerhof und Engländer. Konkurse, allüberall. Teils drohend, teils bereits eingeleitet, teils in Zwangsausgleiche abgewandelt - kurz: Das Kaffeehaussterben wurde wieder zur Epidemie erklärt. Worauf die Neidhammel ausrückten - und den Pleitegeiern blöderweise die Sicht verstellten. Das Sterben ist zu einem Kränkeln abgeschwächt, und mit einem wenig guten Willen und der nötigen Medizin wird auch das geheilt werden.

Ausgemachter Schwachsinn, sagt Attila Corbacy, sei manches, was über sein Café Engländer in den vergangenen Wochen in den Zeitungen gestanden wäre. "Das Engländer hat nicht zugesperrt und wird auch nicht zusperren", stellt Corbacy klar. "Das Engländer ist mein Erstgeborenes, hier werde ich


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