Sideorders: Bio & bewußt

Stadtleben | aus FALTER 38/98 vom 16.09.1998

Schon verwunderlich, daß . Steakhäuser und Sushibars boomen, sich industrielle Schnitzelbratereien immer noch auf Erfolgskurs befinden und eine auch nur in Ansätzen gesündere Kost null Auftrag hat. Andererseits ist Wien ja auch die einzige Stadt der Welt, in der Linksintellektuelle eine Auseinandersetzung mit gutem Essen und Trinken nicht als kulturellen Akt, sondern als pure Dekadenz erachten und deshalb lieber weiterhin bei Burenwurst und Doppler verharren. Die wenigen Beispiele aus der Welt jenseits des Schweinebratens gibt's hier: Wrenkh, 1., Bauernmarkt 10, Tel. 533 15 26, Mo-Sa 11-24 Uhr.

Einziges Beispiel in der Stadt, daß fleischlose Küche lecker und spannend sein kann. Beim Wrenkh spielen Essige, Öle und Käse eine wichtige Rolle, auch der gute Wein wird nicht verachtet.

Lebenbauer, 1., Teinfaltstr. 3, Tel. 533 55 56, Mo-Fr 11-15, 17.30-22.30, Sa 11-14 Uhr.

Hier fährt man bewußtes Komplettprogramm von Bio über Vollwert bis Vegetarisch. Reichhaltige Salatbar, etwas biederes Ambiente, äußerst professioneller Service.

Ausgewogen, 9., Währinger Str. 74, Tel. 315 28 22, tägl. 11-15, 17-24 Uhr.

Hier werden zu allen Gerichten einigermaßen detaillierte Nährwertanalysen gereicht, zumindest was Kohlehydrate und Kalorien anbelangt, weil man sich nämlich als Diabetikerbeisl versteht. Das freut die Betroffenen und stört die anderen in keiner Hinsicht.

Kecks feine Kost, 1., Herreng. 15, Tel. 533 63 67, Mo-Fr 7.30-18.30 Uhr.

Es muß nicht immer Billa sein, bei Keck gibt's ab demnächst nicht nur die weniger alltagstauglichen Edelgourmandisen aus Österreichs besten Selchereien und Käsemanufakturen, sondern auch heimisches Gemüse mit Bio-Zertifikat sowie Bio-Milchprodukte.


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